Frauennetzwerk zur Arbeitssituation
Frauennetzwerk zur Arbeitssituation e.V.
Frauennetzwerk
zur Arbeitssituation e.V.

Fachstelle für Sexarbeiterinnen in SH - Orientierungsberatung zu Erwerbsarbeit und Selbstständigkeit

 

Herzlichen Willkommen!


Wir beraten zu:

 

Das Frauennetzwerk zur Arbeitssituation e.V. will mit der Förderung der Chancengleichheit von Frauen am Arbeitsmarkt zur Gleichstellung der Geschlechter beitragen.
Dafür mischen wir uns ein in arbeitsmarkt-, frauen- und strukturpolitischen Debatten, gehen in Dialog mit (potenziellen) Arbeitgeber*innen und bieten Beratung und Bildungsmaßnahmen für berufstätige und erwerbslose Frauen.
Wir arbeiten branchenübergreifend und von der Qualifizierung der Frau unabhängig.
Als Teil des sozialen Dienstleistungssektors ist Sexarbeit eine Möglichkeit des Gelderwerbs für Frauen. Dies auch aufgrund geschlechtsspezifischer Zuordnung von Arbeitsfeldern.
Mit dem Beratungsangebot an Sexarbeiter*innen wollen wir die Teilhabe auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft von Prostituierten fördern.

 

Zum Begriff Sexarbeit

In Anlehnung an die Hurenbewegung verwenden wir den Begriff Sexarbeit. Damit wollen wir uns von einer stigmatisierenden Perspektive auf Sexarbeit abgrenzen und deutlich machen, dass Prostitution Arbeit ist.
Auch nehmen wir damit eine begriffliche Differenzierung zum Frauenhandel in die Prostitution und ›Zwangsprostitution‹ vor. Das ist uns wichtig, um Sexarbeit von (sexualisierter) Gewalt zu unterscheiden.

 

Prostitution ist Arbeit – ist Sexarbeit.

Wir sehen Sexarbeit als eine soziale Dienstleistung, die der Befriedigung des Bedürfnisses nach zwischenmenschlichem Kontakt und sexueller Aktivität dient.
Über die Form und das Ausmaß der sexuellen Dienstleistung entscheiden die Sexarbeiter*innen ebenso wie über den Ort an dem sie ihren Service anbieten und mit welchem/r Kunden/Kundin sie ins Geschäft kommen möchten.
Sexuelle Dienstleistungen unterliegen einer konsensualen Vereinbarung und stehen in einem monetären Austauschverhältnis wie jede andere soziale Dienstleistung auch, die auf dem Arbeitsmarkt erscheint.
Sexarbeit wird in den unterschiedlichsten Bereichen sozialer Dienstleistungen geleistet und in unterschiedlichster Form ausgeübt wie zum Beispiel als Domina, als Tantra Erotik Masseurin, als Sexualassistenz, als Prostituierte auf der Straße, in einer Bar oder in einem Love Mobil.
Sexarbeiter*innen sind angestellt oder selbstständig im Bereich der sexuellen Dienstleistungen tätig. Sie arbeiten an einem festen Ort oder mobil an verschiedenen Orten.
Die Herstellung einer professionellen – (vertraglich) vereinbarten – sexuellen befristeten Beziehung erfordert ein breites Kompetenzprofil. Sexarbeiter*innen sind Expert*innen im Bereich Sexualität, Erotik, Parodie, Unterhaltung. Sie verfügen über Schlüsselqualifikationen im Bereich der Verhandlung und Durchsetzung, Kundenakquise, sexuellen Gesundheit, im Umgang mit unterschiedlichen Körpern und Charakteren und schließlich in der Bewältigung von belastenden Situationen wie dem Tragen des Stigmas.

Sexarbeit findet häufig in prekären Arbeitsverhältnissen statt. Sie sind gekennzeichnet durch Unsicherheit und Diskontinuität insbesondere in Bezug auf die Kundschaft, der Arbeitsbedingungen, des Lohns, des Arbeitsortes.
Sexarbeit wird rechtlich nicht mit anderen Berufen gleichgestellt und ist durch gesellschaftliche Stigmatisierung gekennzeichnet. Die Exklusion zeigt sich in Form von Ausgrenzung, Marginalisierung und auch Gewalt an Prostituierten. Die fehlende Akzeptanz der Sexarbeit kann für die betreffenden Personen dazu führen, dass ihre Tätigkeit unsagbar ist, sie keine adäquate Gesundheitsversorgung erhalten, durch niedrige Bezahlung und prekäre Arbeitsbedingungen ausgebeutet werden und durch ihren rechtlosen Status der Gewalt und Ausnutzung durch andere ausgeliefert sind.

 

Prostitutions- und Prostituiertenschutzgesetz

Das seit dem 01. Januar 2002 geltende Prostitutionsgesetz (https://www.gesetze-im-internet.de/prostg/BJNR398310001.html) zur Verbesserung der rechtlichen und sozialen Bedingungen von Prostituierten ermöglicht einen Anspruch auf einen einklagbaren Lohn und einen Zugang zu gesetzlichen Sozialversicherungen und das Bereitstellen von guten Arbeitsbedingungen. Doch behält Prostitution ihren Sonderstatus alleine dadurch, dass das Prostitutionsgesetz ein Sonderrecht darstellt, welches ausschließlich auf diese Berufsgruppe zielt. Außerdem lassen sich bspw. über die Sperrgebietsverordnungen örtliche und zeitliche Zonen des Verbots der Ausübung von Prostitution einrichten. E

Zusätzlich gilt seit dem 1. Juli 2017 das Prostituiertenschutzgesetz (https://www.gesetze-im-internet.de/prostschg/BJNR237210016.html)

Zentrale Aspekte sind dabei:

  • eine Anmeldepflicht
  • eine Kondompflicht
  • eine Verpflichtung zu gesundheitlichen Untersuchungen
  • eine Anhebung des Mindestalters auf 21 Jahre

Das Anmeldeverfahren nach dem ProstGSch wird in Schleswig-Holstein vom Landes Amt für Soziale Dienste in Schleswig-Holstein umgesetzt. Sie stellen die Anmeldebescheinigung aus, sofern deutlich wird, dass die in der Sexarbeit tätige Person nicht von Dritten zur Ausübung der Tätigkeit veranlasst wird.

Anmeldestelle:
https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/LASD/Aufgaben/Prostituiertenschutz/ProstituiertenschutzHauptartikel.html

 

Unser Beratungsangebot richtet sich an …

… Frauen, die als Sexarbeiter*innen in den unterschiedlichen Feldern der sexuellen Dienstleistungen arbeiten, sich beruflich neuorientieren oder in der Sexarbeit tätig werden wollen.
Wir beraten Sexarbeiter*innen in Schleswig-Holstein in den Orten Lübeck, Kiel, Flensburg und ortsungebunden telefonisch.
Durch das Frauennetzwerk zur Arbeitssituation e.V., einem Beratungs- und Bildungszentrum mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in der beruflichen Beratung von Frauen, wird das Angebot getragen .

Unsere Beratung ist …

… kostenfrei
… anonym
… vertraulich
… akzeptierend
... durch Sprachmittlerinnen in verschiedenen Sprachen möglich

Offene Sprechstunde jeden letzten Mittwoch im Monat
in unseren Räumen in der Fleischhauerstrasse 37 in Lübeck.

Wir entwickeln mit den Frauen individuell und bedarfsorientiert Perspektiven, unabhängig ihrer Qualifikation und beruflichen Erfahrung, in den Bereichen:

 
 

Unsere Beraterinnen

Stefanie Kohlmorgen
Dipl. Betriebswirtin und Beraterin
Stefanie.Kohlmorgen@frauennetzwerk-sh.de
Telefon: 0152 21936634

Nele Bastian
Dipl. Soziologin
Nele.Bastian@frauennetzwerk-sh.de
Telefon: 0152 21936634


Frauennetzwerk zur Arbeitssituation e.V.

Walkerdamm 1
24103 Kiel

Fleischhauerstr. 37
23552 Lübeck

 

Die Fachstelle für Sexarbeiter*innen in S-H wird vom Frauennetzwerk zur Arbeitssituation e. V. getragen und vom Ministerium für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein finanziert.

Off-Canvas-End